Vita

Simone Dede Ayivi studierte Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis an der Universität Hildesheim und erhielt ihr Diplom zum Thema „Schwarze (Selbst-)Repräsentation im deutschen Theater“.
Während ihrer Studienzeit realisierte sie mehrere Theaterproduktionen und war Teil des Leitungsteams am Theaterhaus Hildesheim.
Von 2008 bis 2010 gestaltete sie außerdem das Programm der Nachtbar, dem Late-Night-Format am Theater für Niedersachsen.

Am postmigrantischen Theater Ballhaus Naunynstraße in Berlin inszenierte sie 2010 die deutschsprachige Erstaufführung von „Der kleine Bruder des Ruderers“ des togoischen Autors Kossi Efoui und den  Musiktheaterabend „Bloodshed in Divercity“. In beiden Inszenierungen arbeitet sie mit Schauspieler_innen of Color gegen Rollenbilder und Zuschreibungen an, mit denen diese im Alltag und auf dem Theater  konfrontiert werden.
2012 entwickelte sie die Performance „Krieg der Hörnchen“, in der sie die Mediendiskussion um die  Verdrängung des europäischen Eichhörnchens durch das nordamerikanische Grauhörnchen mit der Migrationsdebatte verschränkt. Unter Verwendung dokumentarischen Materials bringt sie die Diskussion um Rassismus am Theater auf die Bühne und zeigt Bezüge zu ihrer eigenen afrodeutschen Biographie auf.
„Krieg der Hörnchen“ hatte am Theaterhaus Hildesheim Premiere, wurde im Rahmen von 100°an den Sophiensaelen gezeigt und zum Festival Black Lux. Ein Heimatfest aus Schwarzen Perspektiven im August 2013 ans Ballhaus Naunynstraße eingeladen. In demselben Sommer war sie gemeinsam mit ihren Partnerinnen Juliane Kremberg und Katharina Kellermann Stipendiatin des Projekts flausen – young artists  in residence vom theater wrede + in Oldenburg.
Im September 2013 wurde die gemeinsam mit dem Theaterkollektiv andcompany&Co entwickelte Theaterarbeit „Black Bismarck“ im Hebbel am Ufer uraufgeführt, bei der sie als Co-Autorin und Performerin beteiligt war.

Im Mai 2014 entwickelte sie im Rahmen von x firmen bei Theater der Welt in Mannheim die Performance „Black Hair Politics“.

Ihre Arbeit „Performing Back – eine zukünftige Erinnerungsperformance zur deutschen Kolonialgeschichte“ feierte im September 2014 an den Sophiensaelen Premiere. Anlässlich des Gedenkjahres zur Berliner Konferenz suchte Ayivi nach Möglichkeiten des Erinnerns und Gedenkens aus afrodeutscher Perspektive.
„Performing Back“ wurde durch die Einzelprojektförderung des Berliner Senats, durch das Ministerium für Wissenschaft und Kultur, Niedersachsen und den Fonds Darstellende Künste gefördert. Nach der Premiere in Berlin gab es weitere Aufführungen am Theater im Pavillon, Hannover, dem LOT-Theater Braunschweig,  dem Theaterhaus Hildesheim, dem Lichthoftheater Hamburg und dem Theater Wrede+.
Die Produktion wurde außerdem zu den Festivals „We Are Tomorrow. Visionen und Erinnerung anlässlich des 130. Jahrestages der Berliner Konferenz“ ans Ballhaus Naunynstraße und „Afropean Mimikry and Mockery“ an den Mousonturm Frankfurt am Main eingeladen.

Im Frühjahr 2016 entwickelte sie an der akademie der autodidakten am Ballhaus Naunynstraße gemeinsam mit Jugendlichen das Theaterprojekt „Jetzt bin ich hier!“: postmigrantische Jugendliche setzen sich in diesem Projekt mit ihrer aktuellen Lebenssituation in Deutschland auseinander. Im Mai des gleichen Jahres war Ayivi Teilnehmerin des Internationalen Forums beim Berliner Theatertreffen.

In Vorbereitung ihrer letzten Produktion „First Black Woman in Space“ war Ayivi mit der gesamten Produktion für drei Wochen Artist in Residence am Mousonturm.